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      Artikel MZ

Vorbericht: Schachboxturnier

11.07.2009

Nachbericht Schachboxturnier

30.07.2009

Der Kampfkunstverein Regensburg e.V. (KKV) veranstaltet am Samstag, den 11.07 in seinen Räumlichkeiten in der Kumpfmühlerstraße 49, das erste Schachboxturnier in Regensburg. Beginn ist um 13:00 Uhr und Ende voraussichtlich um 16:00 Uhr.
Dieses vom Bundesministerium des Innern iniziierte Pilotprojekt soll vor allem ein besseres Verständnis um den Boxsport fördern.
Vom Ablauf her sieht es folgendermaßen aus. Es werden mehrere Paarungen sein, die zuerst eine Runde Boxen, dann eine Runde Schach spielen, und so weiter, bis in einer der Disziplinen ein Sieger hervorgeht. Zudem werden Boxer wie Kickboxer zusätzlich normale Sparringsrunden machen, sodass der Zuschauer auch hierin einen Einblick erhält.
Ein Programmpunkt ganz anderer Art, wird eine Vorführung des Taekwondo-Demoteams der Schule sein.
Als Stützpunktverein für Integration durch Sport, ist es uns jeher ein großes Anliegen gewesen, nicht nur die sportliche Komponente der bei uns betriebenen Sportarten in den Vordergrund zu stellen, sondern vor allem bei Kindern und Jugendlichen eine pädagogisch wertvolle Arbeit zu verrichten, die auch außerhalb der Trainingsräume positiv auf die Umwelt wirkt.
Unserer Meinung nach hat der Kampfsport als solcher nichts mit Aggressivität zu tun, sondern basiert auf Selbstdisziplin, Selbstbeherrschung und einem hohen Grad an Respekt. Sowohl vor sich selber, als auch vor seinem Gegenüber.
Mit dem von uns geplanten Schachboxturnier wollen wir das Kampfsportverständnis dahingehend schärfen, indem wir aufzeigen, dass diese beiden auf den ersten Blick sehr gegensätzlich erscheinenden Disziplinen, das raue Boxen und das gedanklich anspruchsvolle Schach, viel mehr miteinander gemeinsam haben, als es dem außen stehenden Betrachter vielleicht erscheinen mag.
Das Boxtraining hat nichts mit dem Erlernen möglichst brutaler und harter Schläge gegen den Kontrahenten zu tun. Wäre dies der Fall, würde sich Boxen in keiner Weise von einer gewöhnlichen Straßenschlägerei abheben.
 
Im Boxsport geht es vor allem darum sich selber in den Griff zu bekommen.
 
Eine einzelne Technik besteht aus sehr vielen Komponenten die der Sportler erlernen muss. So das Drehen der Hüfte, das Hochziehen der Schultern, etc.. Über die Einzeltechniken hinaus, muss der Sportler nun verschiedene Einzeltechniken und Meidbewegungen (Ausweichbewegungen) zu einer Kombination zusammenfassen. Mithin eine Art Spielzug lernen, indem er geistig aktiv, mit Selbstdisziplin, immer wieder an sich arbeitet.
Im sportlichen Wettkampf kommt nun hinzu, dass auch der Gegenüber Spielzüge trainiert. Hierauf muss dieser sich einstellen. Mithin den nächsten Spielzug, bzw. den Konter, in seine Überlegungen miteinbeziehen.
Diese Überlegungen muss der Sportler aber unter einer angespannten, einer stress behafteten Situation immer noch klar vollziehen können. Eben das ist der hohe Anspruch an den Boxsport. In einer prekären Situation einen klaren Kopf zu behalten und sich der Herausforderung zu stellen.
So auch im Schachsport. Der Spieler gerät etwa durch den Verlust seiner Dame unter imensen Druck. Er muss nun auch die verschiedenen Möglichkeiten abwägen und klar im Kopf bleiben. Seine Gedanken ordnen und wohlüberlegt weiter verfahren.
Mithin ist bei beiden Sparten vor allem der Kopf gefragt. Taktieren, mitdenken, sich auf das Erlernte besinnen.
Würde also der Boxsportler, wie oben gesagt, nur harte Schläge trainieren, hätte er im Kampf keinerlei Chance zu bestehen. Er muss sich vielmehr auf sich selbst konzentrieren, um mit einem hohen Maß an Disziplin und Aufmerksamkeit auf das was vor ihm liegt, die ihm bereiteten Widrigkeiten zu meistern.
Mit dem Erlernen, sowohl des Schachs, als auch des Boxens, gewinnt der Sportler immer mehr Selbstkontrolle. Mithin findet eine gegenseitige Spirale statt. Um Selbstkontrolle zu gewinnen, muss man an sich selber arbeiten, vor allem mit dem Geist. Hat man nun ein gewisses Maß der Selbstkontrolle erreicht, ist man in der Lage sich selber weiterhin anzuspornen, sich zu motivieren durch Selbstdisziplin. Dies wiederum fördert erneut die Selbstkontrolle. Aggressivität wird folglich nicht abreagiert, sondern abtrainiert und verlernt.
Es ist daher nicht nur irgendein Sport der betrieben wird. Es ist vielmehr eine Einstellung zu sich selber die erlernt wird, welche auch im Arbeits- sowie im sozialen Leben nur förderlich sein kann.
Den Sportlern dies zu vermitteln sehen wir als unsere Verantwortung an und bemühen uns daher stets durch die Teilnahme an Projekten wie Integration durch Sport, Werbung neuer jugendlicher Mitglieder, diesem Auftrag gerecht zu werden. Gerade fürs soziale Leben ist es unabdinglich, zu lernen, sich in einer Gemeinschaft wie einem Sportverein zu recht zu finden. Mit dem Surfen im Internet und dem Spielen am Computer wird aber eben dies nicht gefördert. Sowohl dem Rumhängen auf der Straße, wie auch dem Rumhängern vor dem heimischen Computer möchten wir entgegenwirken, indem den Mitgliedern eine Aufgabe gegeben wird, die letztendlich eine Aufgabe an sie selbst ist, bei der wir sie unterstützen, indem wir stets bemüht sind sie zu motivieren und zu begeistern.
Da bei uns auch Taekwondo (traditioneller Kampfsport aus Korea) betrieben wird ist die Vermittlung moralischer Werte für uns selbstverständlich, sodass mit dem geplanten Schachboxturnier gezeigt werden soll, dass auch im vermeintlich reinen Wettkampfsport Boxen, durchaus diese Werte enthalten sind.
Sämtliche Interessierte, egal welchen Alters oder Geschlechts, sind herzlichst und sportlichst eingeladen bei uns in der Schule reinzuschauen, um sich einen persönlichen Eindruck zu machen.
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