Der Kampfkunstverein Regensburg e.V. (KKV) veranstaltet am Samstag, den
11.07 in seinen Räumlichkeiten in der Kumpfmühlerstraße
49, das erste Schachboxturnier in Regensburg. Beginn ist um 13:00 Uhr und
Ende voraussichtlich um 16:00 Uhr.
Dieses vom Bundesministerium des Innern iniziierte Pilotprojekt soll vor
allem ein besseres Verständnis um den Boxsport fördern. |
Vom Ablauf her sieht es folgendermaßen aus. Es werden mehrere Paarungen
sein, die zuerst eine Runde Boxen, dann eine Runde Schach spielen, und so
weiter, bis in einer der Disziplinen ein Sieger hervorgeht. Zudem werden
Boxer wie Kickboxer zusätzlich normale Sparringsrunden machen, sodass
der Zuschauer auch hierin einen Einblick erhält.
Ein Programmpunkt ganz anderer Art, wird eine Vorführung des Taekwondo-Demoteams
der Schule sein. |
Als Stützpunktverein für Integration durch Sport, ist es uns
jeher ein großes Anliegen gewesen, nicht nur die sportliche Komponente
der bei uns betriebenen Sportarten in den Vordergrund zu stellen, sondern
vor allem bei Kindern und Jugendlichen eine pädagogisch wertvolle Arbeit
zu verrichten, die auch außerhalb der Trainingsräume positiv
auf die Umwelt wirkt.
Unserer Meinung nach hat der Kampfsport als solcher nichts mit Aggressivität
zu tun, sondern basiert auf Selbstdisziplin, Selbstbeherrschung und einem
hohen Grad an Respekt. Sowohl vor sich selber, als auch vor seinem Gegenüber. |
| Mit dem von uns geplanten Schachboxturnier wollen wir das Kampfsportverständnis
dahingehend schärfen, indem wir aufzeigen, dass diese beiden auf den
ersten Blick sehr gegensätzlich erscheinenden Disziplinen, das raue
Boxen und das gedanklich anspruchsvolle Schach, viel mehr miteinander gemeinsam
haben, als es dem außen stehenden Betrachter vielleicht erscheinen
mag. |
| Das Boxtraining hat nichts mit dem Erlernen möglichst brutaler und
harter Schläge gegen den Kontrahenten zu tun. Wäre dies der Fall,
würde sich Boxen in keiner Weise von einer gewöhnlichen Straßenschlägerei
abheben. |
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| Im Boxsport geht es
vor allem darum sich selber in den Griff zu bekommen. |
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Eine einzelne Technik besteht aus sehr vielen Komponenten die der Sportler
erlernen muss. So das Drehen der Hüfte, das Hochziehen der Schultern,
etc.. Über die Einzeltechniken hinaus, muss der Sportler nun verschiedene
Einzeltechniken und Meidbewegungen (Ausweichbewegungen) zu einer Kombination
zusammenfassen. Mithin eine Art Spielzug lernen, indem er geistig aktiv,
mit Selbstdisziplin, immer wieder an sich arbeitet.
Im sportlichen Wettkampf kommt nun hinzu, dass auch der Gegenüber Spielzüge
trainiert. Hierauf muss dieser sich einstellen. Mithin den nächsten
Spielzug, bzw. den Konter, in seine Überlegungen miteinbeziehen.
Diese Überlegungen muss der Sportler aber unter einer angespannten,
einer stress behafteten Situation immer noch klar vollziehen können.
Eben das ist der hohe Anspruch an den Boxsport. In einer prekären Situation
einen klaren Kopf zu behalten und sich der Herausforderung zu stellen.
So auch im Schachsport. Der Spieler gerät etwa durch den Verlust seiner
Dame unter imensen Druck. Er muss nun auch die verschiedenen Möglichkeiten
abwägen und klar im Kopf bleiben. Seine Gedanken ordnen und wohlüberlegt
weiter verfahren. |
Mithin ist bei beiden Sparten vor allem der Kopf gefragt. Taktieren, mitdenken,
sich auf das Erlernte besinnen.
Würde also der Boxsportler, wie oben gesagt, nur harte Schläge
trainieren, hätte er im Kampf keinerlei Chance zu bestehen. Er muss
sich vielmehr auf sich selbst konzentrieren, um mit einem hohen Maß
an Disziplin und Aufmerksamkeit auf das was vor ihm liegt, die ihm bereiteten
Widrigkeiten zu meistern. |
Mit dem Erlernen, sowohl des Schachs, als auch des Boxens, gewinnt der
Sportler immer mehr Selbstkontrolle. Mithin findet eine gegenseitige Spirale
statt. Um Selbstkontrolle zu gewinnen, muss man an sich selber arbeiten,
vor allem mit dem Geist. Hat man nun ein gewisses Maß der Selbstkontrolle
erreicht, ist man in der Lage sich selber weiterhin anzuspornen, sich zu
motivieren durch Selbstdisziplin. Dies wiederum fördert erneut die
Selbstkontrolle. Aggressivität wird folglich nicht abreagiert, sondern
abtrainiert und verlernt.
Es ist daher nicht nur irgendein Sport der betrieben wird. Es ist vielmehr
eine Einstellung zu sich selber die erlernt wird, welche auch im Arbeits-
sowie im sozialen Leben nur förderlich sein kann. |
Den Sportlern dies zu vermitteln sehen wir als unsere Verantwortung
an und bemühen uns daher stets durch die Teilnahme an Projekten wie
Integration durch Sport, Werbung neuer jugendlicher Mitglieder, diesem Auftrag
gerecht zu werden. Gerade fürs soziale Leben ist es unabdinglich, zu
lernen, sich in einer Gemeinschaft wie einem Sportverein zu recht zu finden.
Mit dem Surfen im Internet und dem Spielen am Computer wird aber eben dies
nicht gefördert. Sowohl dem Rumhängen auf der Straße, wie
auch dem Rumhängern vor dem heimischen Computer möchten wir entgegenwirken,
indem den Mitgliedern eine Aufgabe gegeben wird, die letztendlich eine Aufgabe
an sie selbst ist, bei der wir sie unterstützen, indem wir stets bemüht
sind sie zu motivieren und zu begeistern.
Da bei uns auch Taekwondo (traditioneller Kampfsport aus Korea) betrieben
wird ist die Vermittlung moralischer Werte für uns selbstverständlich,
sodass mit dem geplanten Schachboxturnier gezeigt werden soll, dass auch
im vermeintlich reinen Wettkampfsport Boxen, durchaus diese Werte enthalten
sind. |
| Sämtliche Interessierte, egal welchen Alters oder Geschlechts,
sind herzlichst und sportlichst eingeladen bei uns in der Schule reinzuschauen,
um sich einen persönlichen Eindruck zu machen. |
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